Archiv der Kategorie: Ecuador

Bilder: Galapagos, Regenwald und restliches Ecuador

Das Fotobuch ist seit Ewigkeiten fertig, die Diashows schon hundert Mal gezeigt, die Filme schon dutzendfach gesehen, aber hier, in diesem Blog, noch nix gezeigt. Schwach.

G A L A P A G O S :: Diashow

R E G E N W A L D :: Diashow

Q U I T O / C U E N C A / S A L I N A S :: Diashow

Alle Alben zum selberklicken :: http://www.flickr.com/photos/anscheinbar/sets/

V I D E O (Schildkröte beim Schnorcheln (naja, eher Yvi und Markus beim Schnorcheln, aber mit Schildkröte)) :: http://www.vimeo.com/11707008

Hoffe es gefällt…

Ein Riesenglück zum Schluss

Schade, der Urlaub ist jetzt endgültig rum. Die letzten Tage verbrachten wir in Salinas und Punta Blanca bei Meterhohen Wellen. War echt ein RIESENspaß! ;) Außerdem: Vulkanschlammbad und Aloe Vera Massage, bei der das Zeug frisch aus den Blättern gekratzt wurde und wir literweise damit einmassiert wurden.

Auf dem Weg zum Flughafen (Zeit knapp kalkuliert) musste unser Fahrer erst noch eine Torte abholen (20 Minuten) und dann auch noch tanken (10 Minuten). Er hat aber trotz meiner nicht vorhandenen Spanischkentnisse wohl gemerkt dass mir das nicht wirklich passt. Also Vollgas die restlichen 150 Kilometer. Kamen dann auch tatsächlich pünktlich an. Dafür hat unser Flug 90 Minuten Verspätung. Toll…

Aber jetzt kommt’s ;) Alex wurde angesprochen mit welcher Fluggesellschaft wir wohin fliegen. LAN nach Madrid. Okay, sie hätte nämlich ein paar Business Class Plätze übrig…

Jetzt können wir vier also unseren vierwöchigen Urlaub nochmal ganz entspannt im Ledersessel 12 Stunden lang voll genießen und uns verwöhnen lassen =D

5 Tage im Amazonas Regenwald

Wir haben es überlebt! Wir vier und noch ein Spanier waren mit Louis, unserem Guide, 5 Tage im tiefsten Amazonas Regenwald unterwegs. Mit Louis hatten wir wirklich Glück: ein super engagierter studierter Biologe, der bewaffnet mit vier verschiedenen Tierartenbüchern uns durch das Dickicht leitete, Lockrufe für verschiedenste Tiere ausstieß und selbst an die wilde Vogelspinne Hand anlegte.

Dieser Bericht ist etwas länger (und ja auch schon ne Woche alt). Einen Artikel weiter unten findet ihr den neusten Bericht über Cuenca und den Fischmarkt in Salinas…

Montag. Nachdem wir erstmal 10 Minuten neben der Rollbahn in Quito langgeschlichen sind, konnte unser Gleitflug von Quito (2.800m) nach Lago Agrio (300m) innerhalb von exakt 30 Minuten absolviert werden. Am Flughafen wurden wir von Louis abgeholt und nachdem wir unsere Gummistiefel, Trockensäcke und Ponchos abgeholt hatten, fuhren wir weitere 2,5 Stunden bis zum Cuyabeno River in das tiefste Amazonasgebiet rein.

Nachdem unser Gepäck im Motorboot verladen war (das dann schonmal vorfuhr um das Camp aufzubauen) paddelten wir in drei 3er Kanus jeweils mit einem Einheimischen als Steuermann. Die Natur ist genial: Riesenbäume, überall hängen Luftwurzeln von oben bis ins Wasser herab und alles ist sattgrüner Dickicht. Der Fluss selbst kann getrost als kackbraune Brühe mit angenehmer Strömung beschrieben werden.

Kanu auf dem Cuyabeno

Nach 2,5 Stunden waren wir am Ziel: fünf Zelte, ein Tisch mit Bänken, Gaskocher, Natur. Alles überdacht von einer großen Plastikplane. Vor dem leckeren Abendessen (Kartoffelsuppe) sprangen wir todesmutig zum Erfrischen ins Wasser. Anschließend gab es noch riesige Insekten (Käfer, Moskitos, Termiten (nicht berühren!), Kakerlaken, Spinnen) und einen unglaublichen Lärm der Tiere im Wald. Um 20 Uhr waren alle im Bett und es ließ sich mit dieser Hintergrundmusik traumhaft einschlafen.

Der Stich (I): Aufbau eines Spannungsbogens. Jose Maria wird von einem Insekt in den Bauch gestochen. Noch ahnt niemand die Folgen.

Camp im Regenwald

Dienstag. Kurz nach Mitternacht ging’s los: die ersten Blitze erleuchteten den Himmel, dann wurde urplötzlich der Stöpsel gezogen und es schüttete dermaßen unglaublich stark, wie man es wohl nur im Regenwald erleben kann. Außer dem Trommeln auf der Plane und den sehr nahen Donnerschlägen war nichts mehr zu hören. Der Schutzgraben und die Plane hielten, nachdem das Unwetter vorüber war, war es fast ganz still im Wald, auch kein Tier (war es ein Schwein oder Opossum?) schlich mehr im Lager herum.

Nach dem Frühstück paddelten wir um 8 Uhr wieder los. Vorher noch die Info bekommen, dass wir gestern mit Zitteraalen, mehreren Piranhaarten, Kaimanen und vielen anderen Tieren gebadet hatten. Danke!

Nach 10 Minuten ließ sich ein riesiger Kaiman (Black Cayman) von einer Sandbank direkt vor unsere Kanus gleiten. Insgesamt war er etwa 3,5 Meter groß (können bis 6 Meter lang werden) und selbst der Kopf war so groß wie ein menschlicher Oberkörper. Respekt. Wir sehen Vögel die noch aus der Dinosaurierzeit stammen (älteste Vogelart der Welt und groß und hässlich bis lustig) und zwei verschiedene Affenstämme (Totenkopf, Saki).

Alter Vogel

Nach etwa der Hälfte des Weges fängt wieder heftiger Regen an, der uns bis zum Ziel (3 Stunden) begleitet. Die Lodge hat einen kleinen Bootsanleger und ein Holzsteg führt zu den auf stelzen gebauten und mit Bambus gedeckten Holzhütten (2x Schlafen mit je drei Zimmern, 1x Küche mit Essbereich, 1x Relaxhütte mit Hängematten) die mitten im Gemüse stehen. Unser Zimmer teilen wir mit Kakerlaken, Spinnen, Käfern und Moskitos, die wir aber zumindest in der Nacht durch das Moskitonetz von uns entfernt halten können. Das Wasser im „Bad“ kommt direkt aus dem Fluss: kalt und ohne Druck.

Cuyabeno Lodge

Nach dem Mittagessen und Pause fuhren wir mit dem Motorboot zu einer von weltweit nur fünf vorhandenen Regenwaldlagunen: eine Art See, in dem die Bäume im Wasser wachsen. Noch viel krasser als Mangrovenwälder. Ein anderes Boot sieht Seekühe, wir haben leider kein Glück. Wir suchen noch nach Delfinen und Anakondas, finden aber statt dessen Falken, Papageien und die lustigen Affen mit den riesigen Augen (die aus der Fernsehwerbung ;).

Nach Sonnenuntergang suchen wir Kaimane: ihre Augen reflektieren das Licht unserer Stirnlampen. An einer Stelle glotzen uns fünf Paar an. Unser Bootsführer heizt dann im Dunkeln zurück zur Lodge. Nur in einer 180 Grad Kurve muss er dann doch mal mit der Taschenlampe leuchten.

Nach dem sauguten Abendessen gehen wir zur Klohütte der Crew, Louis möchte uns was zeigen. Eine riesengroße dickbehaarte Vogelspinne hat sich dort ihr Nest (eher Vogelnest, nicht Spinnennetz) gebaut! 10 Meter von unserem eigenen Bett entfernt! Sie ist aber scheu und rennt in ihr Versteck bevor ich Fotos machen konnte. Nachts hören wir wieder ständig den unglaublichen Lärm des Urwalds. Diesmal zusätzlich mit dem lustigen Glucksen des Architektenvogels, die ihre gewebten frei hängenden Nester an einem Baum direkt neben uns gehängt haben.

Der Stich (II): der Stich ist ungewöhnlich groß geworden und juckt.

Mittwoch. Nach einer ruhigen Nacht (wurden leider durch das Moskitonetz gestochen) sind wir nach dem Frühstück wieder zur Lagune gefahren, diesmal aber um eine Wanderung auf einer Halbinsel zu machen. Auf dem Weg dorthin sahen wir im Fluss hässliche rosafarbene Delfine.

Mit unseren Gummistiefeln kämpften wir uns bei 180 Grad und 300% Luftfeuchte durch den semi-gefluteten Regenwalddickicht. Wir sahen Affen und jagten dem Gebrüll eines hässlichen kleinen Vogels hinterher, den uns Louis unbedingt zeigen wollte. Ganz großes Kino. Außerdem sahen wir Mahagonibäume (echt hart, da lässt sich nix rausschneiden mit dem Messer), Chininbäume, Termiten, Riesenameisen, Spinnen und mehr. Wir rochen außerdem frische Pumapisse und eine Boa Constrictor (entweder auch Pisse und was anderes, wir haben Louis nicht verstanden).

In der Lodge sprangen wir vom Sprungturm (dem 3 Meter hohen Anleger) in den Fluss. Wir wuschen und badeten (endlich) uns. Das mal wieder saugute Mittagessen verdauten wir bei der unerträglichen Hitze in den Hängematten…

Nach der Siesta fuhren wir mit dem Motorboot durch ein für Motorboote absolut ungeeigneten und fast unpassierbaren Zufluss einer weiteren Lagune um ungestört Piranhas zu fischen. Es war eher ein Füttern denn ein Fischen. Meistens knabberten sie das frische Fleisch ab, ohne dass wir sie am Haken hatten. Insgesamt fingen wir dann aber doch 14 Piranhas. Die weltweit gefährlichste Art warfen wir zurück ins Wasser, von den anderen brieten wir abends den dicksten mit Limette. Lecker!

Piranhafischen

Nachts machten wir noch eine Wanderung. Bewaffnet mit Stirnlampen sowie mehreren Schichten „Anti-Brumm“ und „No Bite“ kämpften wir uns zu Taranteln, Pfeilgiftfröschen und einem etwa 300 Jahre alten und über 90 Markus-Schritte langen Ameisenhügel vor. Danach im Bett kam dann endlich der erfrischende Regen…

Der Stich (III): der Spannungsbogen nähert sich dem Maximum. Es sieht nicht mehr wie ein normaler Stich aus, vielmehr wird das Zentrum leicht weißlich.

Donnerstag. Heute paddelten wir zum ersten Mal ohne Unterstützung. Der Höhepunkt war das Auswechseln des Steuermanns (hinten) mit dem Kapitän (vorne), ohne dass die mittlere Person das Boot verlässt.

Nach fast drei Stunden verließen wir die Boote und wurden von einem Wespenschwarm angegriffen. Opfer gab es Gott sei Dank nur auf Seiten der Angreifer, die sich in den langen Haaren der Mädels verfingen und sich nicht mehr befreien konnten und dort dann auch starben (Panik!).

Nach einem kurzen Marsch kamen wir in ein Dorf einer ethnischen Minderheit und lernten bei einer Familie Yukabrot backen. Wir ernteten, rieben und trockneten also die Yukawurzeln und brieten das Pulver über Feuer zu Tortillas. Schmeckt pur oder mit Aji (sehr scharfe Soße) echt sehr gut.

Vor der Rückfahrt spielten wir noch barfuß auf einer ausgebrannten Wiese mit einem viel zu kleinem und viel zu hartem „Ball“ Fußball: Gringos gegen die einheimischen Kinder mit Louis. Es war brutal: 14 Uhr, Äquatorsonne und 98% Luftfeuchte (gemessen). Das Spiel war zu Ende als wir fast nen Kreislaufkollaps hatten und die Blasen an den Füßen bluteten.

Zurück an der Lodge wieder einseifen und in den Fluss springen. Den restlichen Tag und Abend in den Hängematten verbracht.

Duschen im Cuyabeno

Der Stich (IV): die Gewissheit erfolgt durch die Hausfrau der eingeborenen Familie. Das Mistvieh hat tatsächlich Larven in Jose Marias Bauch gelegt. Inzwischen kann man die einzelnen Tiere erkennen. Wir beglückwünschen ihn zur gelungenen Schwangerschaft.

Freitag. Rückfahrt. Der Fluss hat inzwischen 3 Meter höheren Wasserstand als zu Beginn unserer Reise, der Bootsführer tat sich ziemlich schwer gegen die fast schon reisende Strömung. Sonst nix besonderes.

Danke für’s lesen ;)

Cuenca und der Fischmarkt in Salinas

Zurück in Salinas – endlich wieder Sonne, Strand, Meer faulenzen ;)

Die letzten beiden Tage in Cuenca waren aber auch super. Cuenca liegt wie Quito mitten in den Anden und mit etwa 2.500m auch fast so hoch. Cuenca ist unsere Lieblingsstadt geworden: tolle Kirchen, eine riesige Kathedrale, schöne Parks mit Palmen und Blumen, schöne Häuser (die aussehen wie man sich die Villen in Kuba vorstellt, nur nicht gar so verwittert) und ein einfach wunderschönes Flair.

Cuenca Kathedrale

Am ersten Tag sind wir gleich mit dem Bus in nach Chordeleg, eine kleine Silberhandwerksstadt, gefahren. Allerdings hatten vormittags fast alle Läden zu, so sind wir nach schon einer Stunde wieder zurück und haben in Cuenca eifrig in den Anden hergestellten Schmuck und andere Sachen gekauft. Außerdem verbrachten wir viel Zeit einfach mit dem bequemen Schlendern durch die schöne Altstadt.

Seit gestern Abend sind wir wieder in Salinas. Die Busfahrt von Cuenca nach Guayaquil dauerte 5 Stunden und ging halsbrecherisch einen Pass von 4.100 Meter Höhe auf 0 Meter runter. Irre. Vorbei an Felsstürzen, kleineren Schlammabgängen und Baustellen. Der extrem dichte Nebel (max. 50 bis 100m Sicht) störte den Busfahrer auch nicht im Geringsten dennoch zu überholen. Naja, selbst ohne Nebel würde man in den Kurven ja nichts erkennen.

Heute sind wir gleich nach dem Frühstück zum Fischmarkt gegangen. War leider schon wenig los, da wir erst um 12 Uhr dort waren. Haben uns eine ganze Dorade filetieren lassen (5 Pfund, 6 Dollar) und haben vier Riesengarnelen (4 Dollar) gekauft. Die Limetten die uns draußen angeboten wurden kamen uns teuer vor: 1 Dollar für 5 Stück. Haben trotzdem gekauft und 50 Stück für den einen Dollar erhalten. Naja, man kann sich ja mal verhören ;)

Fischmarkt Salinas

Bezüglich Postkarten muss ich noch was loswerden. Es wird niemand Postkarten erhalten. Sorry, aber die Karten hier sind so schrecklich, das kann man nicht versenden. Die Bilder wurden in den 70er Jahren aufgenommen und zeigen entweder den Cotopaxi, Chimborazo, Quito von oben oder eine (damals schon sehr alte) Indianerin mit nackten Brüsten. Es wurden dann sofort Millionen Exemplare hergestellt. Jede davon wurde in einem aufwändigen Prozess 40 Jahre lang in der Sonne ausgesetzt, damit nur noch blasse Farben auf gelblichen Papier übrigbleiben. Für lediglich 2,25 Dollar kauft man dann der Post das Versprechen ab, die Karte entweder gar nicht, vielleicht, aber in jedem Fall nicht in vor 3 Jahren auszuliefern. Nein danke.

Vom Reisen und Speissen in Ecuador

Jetzt mal ein etwas allgemeiner Artikel ;)

Inzwischen steht meine Meinung bzgl. der krassen Polizeipraesenz hier. Unser Regenwaldguide Louis plauderte ein bisschen und so erfuhren wir dass man hier nach 6 Jahren Gesamtschule ohne weitere Ausbildung fuer 400 Dollar pro Monat eine Waffe und schusssichere Weste bekommt und ab sofort in paramilitaerischen Uniformen „fuer Sicherheit sorgen“ darf. Finde ich jetzt nicht unbedingt beruhigend.

Das Reisen in Ecuador selbst ist spannend. Wir nehmen fuer laengere Strecken zwar immer das Flugzeug, aber dennoch muss man (wie gestern nach Papallakta) manchmal den Bus nehmen. In Quito kein Problem, das Netz ist echt super. Man braucht zwar fast 90 Minuten vom Hotel (im „Gringolandia“, ziemlich „Stadtmitte“ zum Busterminal im Sueden, das sind aber auch etwa 25 Kilometer quer durch die Stadt und das fuer 25 Cent. Kann man also echt nix sagen.

Ueberlandbusse sind schon lustiger. Die 60 Kilometer von Quito nach Papallakta brauchen ja gute 2,5 Stunden. Das Hoehenprofil ist zwar beeindruckend (2.800m -> 4.100m -> 3.200m) aber die meiste Zeit geht dafuer drauf neue Mitfahrer am Strassenrand aufzulesen, damit der Bus auch voll wird (Kostenpunkt: 2 Dollar pro Person). Innendrin ist es einigermassen komfortabel mit mehr Beinfreiheit und Entertainmentprogramm als bei Lufthansa. Letzteres naemlich findet auf einem Fernseher statt, auf dem „Predator“ mit Arnold Schwarzenegger lief. So konnten auch die Kleinkinder bei voller Fernsehlautstaerke ruhiggestellt werden und auch noch dabei lernen wie es aussieht, wenn ein Alien einen Soldaten nach dem anderen abschlachtet und das Hirn aus Schusswunden austritt.

Dass Ecuador kein kulinarisches Festessen wie Vietnam werden wird, war klar. Aber auch das Angebot ist gering. Es gibt fast keine Garkuechen und mobile Essensstaende sucht man auch meist vergeblich. Das, was man dann ist, sucht dann gerne mal einen etwas schnelleren Weg wieder nach draussen. Und das, obwohl wir (gepraegt durch die doch nicht geringe Asienerfahrung) extrem aufpassen und Salatblaetter sowie Wurst aus Broetchen chirurgisch entfernen.

Gegessen wird hier gerne alles fritiert. So ist auch der Fisch der ansonsten echt leckeren Fischsuppe (Vorspeise im Menue fuer 2,50 Dollar) fritiert. Warum? Ansonsten gibt es viel fritierten Kartoffelbrei, Yukabrei, und was halt sonst noch einhaendig frittiert gegessen werden kann. Die unfritierten Gerichte sind aber durchwegs lecker und reichhaltig.

Das beste Essen (jetzt bitte festhalten) hatten wir im Regenwald. Im Ernst! Ohne Strom und fliessendes Wasser zauberte unser Koch mittags und abends traumhafte Gerichte. Diese wurden auch wunderschoen auf den Blechtellern angerichtet. Es war wirklich ein Gedicht! Auch wie dort gewirtschaftet wurde: von Montag bis Mittwoch Mittag hielt das mitgebrachte Eis und so gab es stets Fleisch oder Fisch. Das was bis dahin nicht aufgebraucht wurde, verfuetterten wir an die Piranhas, von denen wir 14 Stueck fingen, 13 ins Wasser zurueck warfen und einen assen. Ab Mittwoch abend gab es dann nur noch vegetarisches Essen. Dies wurde aber soooooo unglaublich lecker zubereitet, da stoerten auch die Moskitos und Kakerlaken neben den Tellern nicht mehr.

Den ausfuehrlichen Dschungelbericht muss ich noch vom handschriftlichen Tagebuch abtippen. Da das etwas laenger dauert, als wir momentan Zeit haben, wird das erst ab Dienstag abend passieren. Bis dahin sind wir in Cuenca.

Das Wetter in Quito ist uebrigens TRAUMHAFT! Morgen zwar noch frisch (etwa 10 bis 15 Grad) aber tagsueber wie ein perfekter deutscher Fruehlingstag. Nur wenn man in der Sonne ist, merkt man, dass man direkt auf dem Aequator ist. Stadtbesichtigung ist hier uebrigens auch anstrengend. Waehrend man auf Bergtouren langsam aklimatisiert, und dann auch problemlos 3.500 Meter machbar sind, steigt man hier halt aus dem Flugzeug und ist oben. Puuuuuh…

Heisse Quellen auf 3.250 Meter

Gestern waren wir fuer 3,5 Stunden Tiefenentspannung stolze 8,5 Stunden unterwegs. Dafuer waren die Thermen traumhaft: 180 Grad heisses Wasser kommt auf 3.250 Meter aus dem Vulkan raus und wird (abgekuehlt) in das 50 Grad heisse oberste Becken eingelassen. Von dort fliesst es nach und nach in die (entsprechend kuehleren) weiteren Becken.

Die Anlage liegt wunderschoen im Nebelwald und wir konnten den „Stress“ der letzten 5 Tage Amazonasregenwald (Vogelspinne im Camp, baden im braunen Fluss in dem wir auch einen 3,5 Meter Cayman sahen und Piranhas angelten) mal so richtig ausspannen. Ausfuehrlicher Bericht folgt in ein paar Tagen, wenn wir Zeit haben das handschriftliche Tagebuch abzutippen ;)

Terma Papallacta (3.250m)

Heute sehen wir uns noch Quito an und heute abend fliegen wir nach Cuenca.

Duenne Luft in Quito

Nachdem gestern die schoene und kirchenreiche (eine fuer jeden Sonntag im Jahr ;) Altstadt angeschaut haben, ging es heute nochmal gute tausend Meter hoeher: auf eine 4.100 Meter hohen Flanke des Vulkans Pinchincha.

Von dort hat man einen wunderschoenen Blick auf das riesige (2,5 Mio. Einwohner) Quito, welches sich aufgrund des engen Tals auf 2.850 Meter Hoehe bei nur 4km Breite stolze 50km in die Laenge zieht. Der beruehmte Cotopaxi, wie auch die anderen 6.000er waren leider aufgrund der Wolken nicht zu sehen.

Img_7003

Den restlichen Tag schlenderten wir durch Maerkte und Altstadt. Nichts aussergewoehnliches zu berichten. Auffallend ist mal wieder die ungeheure Polizeipraesenz. Kann man sich dadurch sicher fuehlen, oder sollte man eher verunsichert sein. Bin mir ueber meine eigene Meinung noch nicht so ganz im klaren.

Morgen vormittag geht unser Flieger nach Lago Agrio, wo wir unsere Dschungeltour starten werden. Zuerst 3 Stunden mit dem Auto fahren, dann weitere 3 Stunden mit dem Kanu zu unseren Zelten paddeln (die folgenden Naechte werden aber in einer Lodge sein). Drueckt uns die Daumen dass wir viele Tiere, aber wenig Moskitos sehen ;)

Internet gibt´s daher wohl erst wieder am Freitag…

Midat del Mundo

Da heute vormittag bewoelkt war, verschoben wir erstmal unseren Ausflug auf den Berg und fuhren statt dessen zum „Mittelpunkt der Welt“, zum Aequator.

Das Busfahren war bereits ein Spektakel. Der Metrobus durchquert Quito ohne jemals abzubiegen in Nord – Sued Richtung. Er hat hierfuer eine eigene Spur und faehrt in einem atemberaubenden Tempo ohne Ruecksicht auf vom Zebrastreifen wegspringende Fussgaenger halsbrecherisch durch die Stadt.

Eine Fahrt kostet 25 Cent. Pauschal, fuer jeden ausser Kinder.

Dann eine Riesenueberraschung: am Busbahnhof stehen Schlangen fuer die noch nicht angekommenen Busse an. In Reih und Glied! Die Suedamerikaner! Die, die noch vor Stillstand des Flugzeugs aufspringen und sich bis zur noch 20 Minuten geschlossenen Flugzeugtuer kaempfen. Stehen da an!

Unser Bus kam. Jeder der einsteigt kriegt ein rosa Kaertchen. „25 Cent“ steht drauf. Zahlbar beim Ausstteigen. Sobald die Sitzplaetze weg waren, erhalten die Passagiere blaue Kaertchen. „12 Cent“ steht da drauf. Stehplaetze sind halt guenstiger.

Dies ist auch ein gutes Belohnungssystem fuer freundliches Benehmen. Die alte Frau die sich auf dem ihr angebotenen Sitzplatz niederliess, tauschte dem Mann ihr blaues Kaertchen gegen sein rosafarbenes. Die Welt kann so einfach sein.

Das Aequatordenkmal, etwa 25 Kilometer ausserhalb der Stadt, darf man nach 2 Dollar Eintritt sehen. Dafuer kann man dann nach 10 Minuten Wartezeit auch ungestoert ein Foto machen, bei dem jeweils ein Fuss in einer anderen Hemisphaere ist.

Nach weiteren 3 Dollar Eintritt darf man auf den Denkmalturm rauf. Drinnen gibt’s ein kitschiges ethnisches Museum. Hmm.

Kurze Hosen nach Quito mitzunehmen waere auch nicht schlecht gewesen. Konnte man ja nicht ahnen dass das Wetter so gut wird. Ausserdem waeren wir sonst als Gringos aufgefallen, wurden wir noch gewarnt. Also sitzen wir mittags unauffaellig wie Einheimische mit langer Jeans rum und essen Hamburger, Pommes mit „Pilsener Grande“.

Das lokale Bier hier heisst uebrigens echt Pilsener, und eines der wenigen trinkbaren Wasser hoert auf den Namen „Guetig“ (mit ue, also u mit Punkten drauf).

Mit dem Taxi sind wir dann auf den nahen Vulkan gefahren um in den bewirtschafteten und von Indios bewohnten Krater hineinzuschauen. Ein bisschen laufen wir auch rein. Aber die fast 500 Hoehenmeter und 5 Dollar Eintritt sparen wir uns dann doch. Ausserdem zog gerade heftiger Nebel rein.

Zurueck am Aequator gehen wir zum echten Aequator. Die Expedition von 1740 hat sich naemlich um 110 Meter vermessen und wir zahlen weitere 3 Dollar um den echten (per GPS vor 12 Jahren ausgemessenen) Aequator zu sehen. Nochmal Fotos.

Der Guide bescheisst uns noch ein bisschen, in dem er die unterschiedlichen Strudel einer Wanne zeigt. Selber darf man aber nicht den Stoepsel ziehen, man kriegt wohl sonst den Trick nicht hin.

Dafuer sehen wir noch einen echten Schrumpfkopf. Der wurde einem zwoelfjaehrigem Kind abgeschnitten, entbeint und gekocht. Anschliessend aussgetrocknet, so dass der Kopf jetzt nur noch etwa faustgross ist. Das genaue Rezept habe ich sicherheitshalber fotografiert, sonst vergess ich das noch.

Jetzt zieht uns der Hunger und der Canelazo (so hiess das ;) wieder aus dem Hostel…

Backpacking in Quito

Nach einem unspaektakulaeren 13. Tag sind wir nach einem „landing with turbulances“ in Quito gelandet. Bereits auf dem Flug sahen wir den hoechsten Berg (Chimborazo, etwa 6.300 Meter) und einen anderen, noch rauchenden, Vulkan durch die Wolkendecke.

Quito ist 20 Jahre weiter als die Kueste. Richtige Autos, Laeden, Strassen und ein quirliges Backpackerviertel. Dort haben wir fuer 12 Dollar pro Person ein ruhiges, sicheres, sauberes Hostel gefunden. Im Prinzip haben wir ein Vierbettzimmer. Die sogenannten Waende sind so duenn, wir hoerten Klaus Sakrotan verspruehen. Also dieses Spruehgeraeusch. Ernsthaft.

Quito liegt auf etwa 3.000 Meter Hoehe und hat daher ein wesentlich angenehmeres, fruehlingshaftes, Klima als die Kueste. Unsere als trocken empfundenen Klamotten fuehlen sich nach dem Auspacken auf einmal voll feucht an. Statt nach 5 Minuten komplett verschwitzt zu sein, wirft man hier halt ne Jacke ueber. Scheeeeeee. ;-)

Essen war fantastisch in einem Restaurant voller Gringos, aber einheimischer Kueche. Der Platz nebendran ist voll mit Clubs und Bars … und Polizisten. Zwei davon an jeder Ecke, mit Militaeranzug und offen getragener schusssicheren Weste. Aber wie gesagt, alles sauber hier und man fuehlt sich sicher.

Wir gehen jetzt nach zwei Kesseln (mist, Namen vergessen (es ist warmes Wasser mit Schnaps, Orangensaft und Zimt)) ins Bett. Morgen frueh, wenn das Wetter passt, werden wir auf den Hausberg fahren um den Cotopaxi (ca. 5.800 Meter) und weitere Vulkane zu sehen. Anschliessend zum Aequator.

Tierische Flut in Salinas

Heute war Entspannung pur in Salinas angesagt. Wecker klingelte um 8 Uhr (leider zu spät, nur die Frühaufsteher sahen heute den Schwarm Papageien die an der Wohnung vorbei flogen), dann auf den Balkon zum Lesen geschleppt, dann Frühstück mit frischen Melonen, Ananas und Papayas. Anschließend die 10 Meter zum anderen Balkonende geschleppt und sich in die Sofas fallen lassen um dem Meer zuzusehen und zu hören.

Damit wir den richtigen Zeitpunkt für einen ordentlichen Sonnenbrand nicht verpassen, schleppten wir uns dann um 11 die drei Stockwerke und 30 Meter an den Strand. Sicherheitshalber badeten wir zum ersten Mal diesen Urlaub dann auch ohne T-Shirts und ließen uns die folgenden zwei Stunden im Meer gut durch garen.

Mittagessen und Verdauung fand dann wieder auf dem Balkon im Schatten statt.

Nachdem wir unseren Flug nach Quito für morgen Abend gebucht haben (die fliegen alle zwei Stunden, es gibt sogar eine Streifenkarte) gingen wir wieder ins Meer, das kurz vor der Vollendung der Flut stand. Die Wellen waren langsam und lang, türmten sich aber tatsächlich riesig auf, dass sie einen wieder verschluckten. So wurden diesmal selbst die halbwegs fest installierten Schirmpavillons leer geräumt und wir sahen noch nie so viele Personen im Wasser…

Über dem Meer kreiste ein Schwarm Blue Footed Boobies (Blaufußtölpel) und stürzten sich anscheinen in einen (für uns unsichtbaren) Fischschwarm. Daher sahen wir auf einmal auch die Delphine (mindestens drei) die beim Jagen immer wieder an die Wasseroberfläche zum Luftholen kamen.

Später gehen wir noch etwas an den Ständen shoppen und evtl. ins Casino.

Blick vom Balkon gerade eben:
Salinas am Abend

Nach der vorgestrigen Faschingsschlacht:
Nach der Faschingsschlacht