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Online (Berg-)Touren planen

Bisher nutzte ich immer gpsies.com zur Streckenplanung von meinen Bergtouren. Genauer: zur digitalen Auswertung (z.B. Höhenprofil) bereits geplanter Touren. Noch genauer: zum stundenlangen Mausklicken zum Erstellen von Wegpunkten auf dargestellten Wegen.

Das störte mich an dem Portal: es liegen von Openstreetmap (OSM) alle Kartendaten vor, inklusive der Wegdaten. Diese können aber nicht zur automatischen Trackgenerierung (Start A über Punkt B nach Ziel C) genutzt werden. Man muss tatsächlich eigene Wegpunkte auf den dargestellten Wegen erstellen. Ätzend. Und einfach nicht praktikabel um mal schnell eine das Höhenprofil eines alternativen Abschnitts zu vergleichen.

Kurzprofil der Bergtour

Kurzprofil der Bergtour am Großvenediger

Wesentlich besser macht es das Portal komoot.de. Hier werden auch die OSM Daten angezeigt, zusätzlich werden aber die Wegdaten regelmäßig aus OSM in ein eigenes System übernommen und können zur automatischen Trackgenerierung verwendet werden.
Innerhalb von fünf Minuten habe ich dann einen Track, für den ich auf gpsies mindestens eine Stunde benötigt hätte.

Einen großen Nachteil hat komoot dann aber doch: man kann (bisher) nur ausschließlich auf konvertierten OSM-Wegen laufen und keine eigenen „Offroad“ Wegpunkte anlegen. Ist der Pfad zu einem Gipfel noch nicht verfügbar muss man ihn somit erst in OSM anlegen und dann warten (Tage? Wochen? Monate?) bis komoot ihr eigenes System aus OSM heraus aktualisiert.

Meine aktuelle Vorgehensweise: Planung in komoot, neue Wege in OSM anlegen, Export aus komoot, Import in gpsies, neue Wege in gpsies nachzeichnen und zu Track hinzufügen, Export aus gpsies, Import in komoot.
Zugegeben: auch etwas ätzend, aber man tut was für die Community (OSM Pfade erstellen) und das Look & Feel und die Usability von komoot machen die Schmerzen allemal wett.

Leider verlangt komoot 29 Euro (aktuell 19 Euro) für die Freischaltung von Offlinekarten und den Export von Tracks. Aber eine DAV Wanderkarte kostet inzwischen auch schon 9,80 Euro…

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Tools zum Bergsteigen

Mit Tools zum Bergsteigen meine ich aber weder Rucksack noch Grödel oder dergleichen. Sondern dieser Artikel soll vielmehr eine Sammlung der Links, Software und Apps sein, die das Bergwandern / Bergsteigen aus informationstechnischer Sicht erleichtern.

Es gibt noch viel, viel mehr gute Tools und Seiten die das erledigen – in diesem Artikel findet sich aber nur das von mir vewendete Werkzeug.

Tourplanung

  • Buch: Mark Zahel, „Hüttentreks“. In diesem Buch finden sich 55 mehrtägige Touren (von einfach bis echt schwierig), ausführlich beschrieben, die sich entweder komplett nachlaufen lassen oder als Teilstücke / Hütten als Basis eigener Kompositionen verwenden lassen.
  • Onlineforen: Alpenverein, Outdoorseiten und natürlich Google im Allgemeinen ;)
  • GPS Tracks: gpsies.com. Hier gibt es bereits viele Touren als GPS Tracks. Ist die eigene Tour nicht vorhanden, kann man auch schnell selbst die Tracks erstellen. Man blendet die Overlays von Opencyclemap / Hikebikemap ein und erstellt per Mausklick auf den Wegmarkierungen die einzelnen Wegpunkte.
    Anschließend hat man eine gute Übersicht über Strecke und Höhenprofil. Die GPS Tracks (ich mache pro Tag einen) kann man dann einzeln oder zusammen in verschiedenen Formaten exportieren.
  • Visualisierung: Google Earth. In Google Earth kann man die mit gpsies erstellte Route importieren und anschließend dreidimensional „nachfliegen“. Ich habe das etwas holprig hier mal gemacht.
    [youtube http://www.youtube.com/watch?v=t10bKRpw2T0]
    Wichtig: in Google Earth sieht es natürlich einfacher aus als es ist. Oder hat jemand den 30m hohen, senkrechten „Kamin“ entdeckt der durchklettert werden muss? :-)

Unterwegs (mit dem iPhone)

  • Schutzhülle: Otterbox. Sehr stabile outdoorgeeignete Hülle. Nichts für den Alltag, aber auf Bergtouren genial. Am einfachsten über amazon.co.uk zu beziehen – die Importe hier sind zu teuer.
  • Tracking: MotionX GPS. Obwohl der Track ja schon auf gpsies existiert, lasse ich diese App immer als GPS Recorder mitlaufen und zeichne den „echten“ Track auf (und sehe natürlich immer unseren aktuellen Standpunkt) Großer Vorteil: man kann die topografischen Karten für den benötigten Ausschnitt bereits zu Hause runterladen und muss unterwegs dann nicht mehr online gehen.
  • Berge bestimmen: Peakfinder Alps. Werde ich dieses Jahr zum ersten Mal nutzen. Anhand des aktuellen Standpunktes und Blickrichtung werden schematisch alle sichtbaren Gipfel beschriftet. Vorteil wie bei MotionX GPS: offline Karten nutzbar.