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Sichtung und Auswahl von Fotos

Ich bekam die Möglichkeit bei meinem langjährigen Fotobuchhersteller Saal Digital ein Fotobuch zu testen. Ich erhalte einen 30 Euro Gutschein für das Testobjekt und im Gegenzug werde ich hier im Blog einen Erfahrungs- und Testbericht schreiben.

Der Gutschein ist natürlich unabhängig von den Ergebnissen und der Artikel wird auch nicht vorher „kontrollgelesen“, auch sonst habe ich völlige Narrenfreiheit ;) Ich nutzte einfach die Chance, da ich sowieso ein neues Fotobuch erstellen wollte. Jetzt aber unter zeitlichem Druck: der Gutschein gilt begrenzte Zeit.

Und somit zum eigentlichen Thema: der Bilderauswahl für ein Fotobuch.

Aus den letzten drei Urlauben habe ich im Schnitt jeweils etwa 3.000 Bilder mitgebracht. Bei der Anzahl der zeigenswerten Bilder unterscheide ich in Fotoshow zuhause (150 bis 250 Bilder), Fotobuch (100 bis 150 Bilder (1 bis 5 Bilder pro Doppelseite) und Fotoshow im Web (etwa 30 Bilder).

Die schnellste und effektivste – aber auch die sauberste – Art, Bilder für das Projekt auszuwählen, ist für mich die iterative Besternung der Fotos. Hierbei schaue ich mir in einer ersten Runde R(1) jedes einzelne Foto kurz an und alles was ich für grundsätzlich nicht schlecht empfinde, bekommt einen Stern.

Für die nächsten Runden R(n+1) schaue ich mir alle Bilder mit n Sternen an und diejenigen die ich für besser als die anderen halte, erhalten n+1 Sterne. Ab drei Sternen achte ich allerdings auch darauf, dass ich aus jedem zeigenswerten Kontext mindestens ein Bild mit in die nächste Runde nehme, auch wenn es technisch oder gestalterisch vielleicht nicht mit den Bildern anderer Kontexte mithalten kann.

Screenshot Lightroom: 12 bewertete Bilder von insgesamt 251 Schildkrötenfotos.

Screenshot Lightroom: 12 bewertete Bilder von insgesamt 251 Schildkrötenfotos.

Im Gegenzug achte ich darauf, dass ich aus jedem zeigenswerten Kontext auch nicht unbedingt mehr als ein Bild in die letzte Runde mitnehme. Für mich persönlich mag es absolut sehenswert sein, wenn ich ein Bild A mit einer fressenden Galapagos Riesenschildkröte im tiefen Gras habe und Bild B mit einer anderen, dafür schlafenden Riesenschildkröte am Wasser. Der Zuschauer der nicht „dabei war“ sondern mit emotionalem Abstand die Bilder ansieht, sieht zwei Schildkröten – und fühlt sich spätestens bei der dritten Schildkröte (obwohl diese grad so lustig den Kopf streckt) selber so alt wie eine.

Und ganz am Schluss kommen die vorher selbst gesteckten Grenzen der Bilderanzahl ins Spiel: habe ich sowieso noch nicht die Grenze ausgeschöpft, dann kann ich halt doch mal ein sehenswertes „Duplikat“ drinnen lassen. Liege ich dagegen sowieso schon über der Grenze, müssen halt leider selbst die Superstars bestimmter Szenarien draußen bleiben.

Zum Tooling noch kurz.

Ich nutze als große Bilderdatenbank zum verwalten, besternen, bearbeiten und entwickeln Adobe Photoshop Lightroom (im Gegensatz zu Photoshop bezahlbar ;)

Alternativen die das Besternen auch ermöglichen sind anscheinend nicht einfach zu finden (vielleicht noch XnView).

Daher bietet sich auch noch über einen kleinen Umweg Irfan View an: in den Einstellungen unter Dateihandling einstellen, dass das Kopieren automatisch in ein Unterverzeichnis (1 Stern, …, 5 Sterne) passiert. Beim Ansehen der Bilder dann einfach die F8-Taste drücken, und das aktuelle Bild landet in diesem Auswahl-Ordner. Nicht so schön wie Sterne zu vergeben, aber funktioniert.