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Canyoning und Rafting

Haiming: ein Dorf im Ötztal und direkt am Inn gelegen mit vielen Apfelwiesen – klein, ruhig und verschlafen. So denkt man wenn man dort ankommt. Aber auf der anderen Innseite ist die Actionhölle los: 36(!) Anbieter von Rafting, Canyoning, Klettern und anderen Adrenalinsportarten haben dort ihre „Base“.

Wir hatten wegen persönlicher Empfehlung (und sehr netten Telefonaten) bei Outdoor Planet zugeschlagen: Samstag Rafting auf dem Inn in der Imster Schlucht – Sonntag Canyoning in der Alpenrosenklamm.

Die Organisation lief beidemale perfekt ab. Auf der Base Badehose an und ab in die hautengen hochschicken Neoprenanzüge (alle Größen verfügbar) und Neoprenschuhe (bis Größe 49, Rafting) bzw Neoprensocken und Wanderschuhe (nur bis Größe 46, Canyoning).

Dazu dann noch je nach Sportart die passenden Helme und entweder Schwimmweste oder Klettergeschirr. Danach ging es mit ein paar Großraumtaxis fluss- bzw. bergaufwärts. Am Ziel gab es dann erstmal Trockenübungen und Sicherheitseinweisungen.

Rafting

Viel, viel besser als ich mir vorgestellt habe. Man sitzt am Bootsrand, die Füße in Halteschlaufen und die Kommandos zum Paddeln kamen gar nicht so oft, da der Inn selbst ja eine flotte Geschwindigkeit an den Tag legt. Wellen die das Boot hochkatapultieren, es um sich wirbeln lassen, die Passagiere aussteigen lassen und einen von oben bis unten nass machen sind schon genial.

Wir im Boot auf dem Inn

Wir im Boot auf dem Inn

Aber das coolste am Raften ist neben der handvoll wirklich großen Brechern das Aussteigen: ab ins 8 Grad kalte Wasser und sich einfach durch die Stromschnellen treiben lassen. Hammer.

Außerhalb des Bootes ist's auch genial

Außerhalb des Bootes ist's auch genial

Der Guide ist neben dem Fluss selbst der größte Spaßfaktor. Geschicktes lenken zum fast-kentern, rauskatapultieren lassen und ein Wheely mit Überschlag des Bootes machen einfach Spaß!

Wheely

Wheely

Canyoning

Geiler Einstieg: ein Klopfer vom Guide auf meine Schulter „du bist der erste“. Das Klicken des Karabiners. Ein Bein nach dem anderen über das Brückengeländer der Bundesstraße. 15 Meter unterhalb sind schroffe Felsen durch die ein Gebirgsfluss rauscht. Zurücklehnen bis man im 90 Grad Winkel an der Brücke „steht“. Und ab gehts.

Abseilen von der Brücke

Abseilen von der Brücke

Die nächsten zwei Stunden liefen wir durch das Wasser, seilten uns bis zu 17 Meter tief ab, rutschten in engen Felsspalten nach unten und sprangen bis zu vier Meter in nicht allzu tiefe Wasserpools deren Strömung man dann doch schnell unterschätzt.

Abseilen in der Alpenrosenklamm

Abseilen in der Alpenrosenklamm

Und das ganze in einer engen Schlucht mit Felstürmen links und rechts, dem lauten Rauschen des eiskalten Flusses und der ständigen Vorfreude auf die nächste Rutsche oder Sprung.

Rutsche

Rutsche

Fazit

Wahnsinn Wahnsinn Wahnsinn. Nächstes Jahr machen wir dann garantiert die nächste Canyoningtour. Das macht extrem viel Spaß und ist echt aufregend – ich bin süchtig geworden :)

4 Meter Sprung

4 Meter Sprung

Iglu bauen auf dem Nebelhorn

Am Samstag um halb elf ging’s los: mit „Spirits of Nature“ und einem Fernsehteam von „Allgäu TV“ auf’s Nebelhorn (bei Oberstdorf im Allgäu) zum Iglu bauen. Nachdem am Parkplatz das gesamte Gepäck (Kocher, Kartuschen, Thermoskannen, Essen, Schaufel, Sägen, etc.) verteilt war ging es mit der Gondel rauf.

Nach einer kurzen Schneeschuhwanderung haben wir einen guten Platz gefunden, der sowohl Panorama als auch mind. drei Meter Schnee bietet. Zuerst mussten wir den „Steinbruch“ vorbereiten: alle Mann nebeneinander einige Male mit Schneeschuhe drüberlaufen um den Schnee zu komprimieren und zu festigen. Dann für jedes der drei Iglus (jeweils vier Personen) eine Ebene im Schnee bauen. Nachdem die Größe jedes Iglus anhand der Bewohner ausgemessen war (etwa 1 Meter Kugelradius) ging’s los.

Steine etwa der Größe 60x50x30 ausschneiden und einsetzen. VORSICHTIG! Die Steine halten alleine durch ihre Ecken (anders beim echten Hausbau, dort durch die Kanten und Flächen). Bereits ab der dritten Reihe ist das Dach halb zu und die Steine haben eine gefährliche Neigung und müssen von innen gehalten werden.

Gerade mal ;) 8 Stunden nach Baubeginn stand dann unser Iglu. Die eingemauerte Person muss dann nur noch ein knapp 1,5 Meter tiefes Loch graben (Haustür) und von außen jemand ein entsprechendes Tunnel. Ist der Zugang gelegt, werden alle Löcher gestopft und das Iglu mit Schnee verputzt.

Um 21 Uhr waren wir dann fix und fertig und konnten endlich unser Fertigessen in der Tüte mit geschmolzenen Eiswasser aufgießen und mit Blick auf Oberstdorf schlemmen. Die Nacht war sehr sehr sehr eng aber warm (laut Thermometer im Iglu: -2 Grad) und trotz Schneesturm komplett winddicht.

Muss man echt mal gemacht haben, war eine geile Erfahrung aber auch wirklich extrem anstrengend!

Bilder gibt’s hier:

Unser Schlafplatz auf dem Nebelhorn

Verblendung

Gut, eine etwas reißerische Überschrift, in Anbetracht der Bestseller Trilogie von Stieg Larsson (die, BTW, echt gut ist). Aber es passt so gut zu dem was mich heute überrascht hat.

Für Outdoorsachen und Funktionsklamotten gibt es ja jetzt seit längerer Zeit den Jack Wolfskin Shop in Nürnberg (und 167 anderen deutschen Städten). Vielleicht habe ich mich deshalb nicht nur vom Namen, sondern auch vom Shop beeinflussen lassen: wuchtiger Holzboden, insgesamt „Blockhüttenstil“. Oder auch von den Werbepostern: Dörfer in Alaska. Oder das penetrante Logo: „tataa, hier samma“.

Wie auch immer, ich hätte nie gedacht dass Jack Wolfskin eine deutsche Firma ist. Wollte ich einfach mal loswerden. Völlig wertungsfrei.