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Heisse Quellen auf 3.250 Meter

Gestern waren wir fuer 3,5 Stunden Tiefenentspannung stolze 8,5 Stunden unterwegs. Dafuer waren die Thermen traumhaft: 180 Grad heisses Wasser kommt auf 3.250 Meter aus dem Vulkan raus und wird (abgekuehlt) in das 50 Grad heisse oberste Becken eingelassen. Von dort fliesst es nach und nach in die (entsprechend kuehleren) weiteren Becken.

Die Anlage liegt wunderschoen im Nebelwald und wir konnten den „Stress“ der letzten 5 Tage Amazonasregenwald (Vogelspinne im Camp, baden im braunen Fluss in dem wir auch einen 3,5 Meter Cayman sahen und Piranhas angelten) mal so richtig ausspannen. Ausfuehrlicher Bericht folgt in ein paar Tagen, wenn wir Zeit haben das handschriftliche Tagebuch abzutippen ;)

Terma Papallacta (3.250m)

Heute sehen wir uns noch Quito an und heute abend fliegen wir nach Cuenca.

Duenne Luft in Quito

Nachdem gestern die schoene und kirchenreiche (eine fuer jeden Sonntag im Jahr ;) Altstadt angeschaut haben, ging es heute nochmal gute tausend Meter hoeher: auf eine 4.100 Meter hohen Flanke des Vulkans Pinchincha.

Von dort hat man einen wunderschoenen Blick auf das riesige (2,5 Mio. Einwohner) Quito, welches sich aufgrund des engen Tals auf 2.850 Meter Hoehe bei nur 4km Breite stolze 50km in die Laenge zieht. Der beruehmte Cotopaxi, wie auch die anderen 6.000er waren leider aufgrund der Wolken nicht zu sehen.

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Den restlichen Tag schlenderten wir durch Maerkte und Altstadt. Nichts aussergewoehnliches zu berichten. Auffallend ist mal wieder die ungeheure Polizeipraesenz. Kann man sich dadurch sicher fuehlen, oder sollte man eher verunsichert sein. Bin mir ueber meine eigene Meinung noch nicht so ganz im klaren.

Morgen vormittag geht unser Flieger nach Lago Agrio, wo wir unsere Dschungeltour starten werden. Zuerst 3 Stunden mit dem Auto fahren, dann weitere 3 Stunden mit dem Kanu zu unseren Zelten paddeln (die folgenden Naechte werden aber in einer Lodge sein). Drueckt uns die Daumen dass wir viele Tiere, aber wenig Moskitos sehen ;)

Internet gibt´s daher wohl erst wieder am Freitag…

Midat del Mundo

Da heute vormittag bewoelkt war, verschoben wir erstmal unseren Ausflug auf den Berg und fuhren statt dessen zum „Mittelpunkt der Welt“, zum Aequator.

Das Busfahren war bereits ein Spektakel. Der Metrobus durchquert Quito ohne jemals abzubiegen in Nord – Sued Richtung. Er hat hierfuer eine eigene Spur und faehrt in einem atemberaubenden Tempo ohne Ruecksicht auf vom Zebrastreifen wegspringende Fussgaenger halsbrecherisch durch die Stadt.

Eine Fahrt kostet 25 Cent. Pauschal, fuer jeden ausser Kinder.

Dann eine Riesenueberraschung: am Busbahnhof stehen Schlangen fuer die noch nicht angekommenen Busse an. In Reih und Glied! Die Suedamerikaner! Die, die noch vor Stillstand des Flugzeugs aufspringen und sich bis zur noch 20 Minuten geschlossenen Flugzeugtuer kaempfen. Stehen da an!

Unser Bus kam. Jeder der einsteigt kriegt ein rosa Kaertchen. „25 Cent“ steht drauf. Zahlbar beim Ausstteigen. Sobald die Sitzplaetze weg waren, erhalten die Passagiere blaue Kaertchen. „12 Cent“ steht da drauf. Stehplaetze sind halt guenstiger.

Dies ist auch ein gutes Belohnungssystem fuer freundliches Benehmen. Die alte Frau die sich auf dem ihr angebotenen Sitzplatz niederliess, tauschte dem Mann ihr blaues Kaertchen gegen sein rosafarbenes. Die Welt kann so einfach sein.

Das Aequatordenkmal, etwa 25 Kilometer ausserhalb der Stadt, darf man nach 2 Dollar Eintritt sehen. Dafuer kann man dann nach 10 Minuten Wartezeit auch ungestoert ein Foto machen, bei dem jeweils ein Fuss in einer anderen Hemisphaere ist.

Nach weiteren 3 Dollar Eintritt darf man auf den Denkmalturm rauf. Drinnen gibt’s ein kitschiges ethnisches Museum. Hmm.

Kurze Hosen nach Quito mitzunehmen waere auch nicht schlecht gewesen. Konnte man ja nicht ahnen dass das Wetter so gut wird. Ausserdem waeren wir sonst als Gringos aufgefallen, wurden wir noch gewarnt. Also sitzen wir mittags unauffaellig wie Einheimische mit langer Jeans rum und essen Hamburger, Pommes mit „Pilsener Grande“.

Das lokale Bier hier heisst uebrigens echt Pilsener, und eines der wenigen trinkbaren Wasser hoert auf den Namen „Guetig“ (mit ue, also u mit Punkten drauf).

Mit dem Taxi sind wir dann auf den nahen Vulkan gefahren um in den bewirtschafteten und von Indios bewohnten Krater hineinzuschauen. Ein bisschen laufen wir auch rein. Aber die fast 500 Hoehenmeter und 5 Dollar Eintritt sparen wir uns dann doch. Ausserdem zog gerade heftiger Nebel rein.

Zurueck am Aequator gehen wir zum echten Aequator. Die Expedition von 1740 hat sich naemlich um 110 Meter vermessen und wir zahlen weitere 3 Dollar um den echten (per GPS vor 12 Jahren ausgemessenen) Aequator zu sehen. Nochmal Fotos.

Der Guide bescheisst uns noch ein bisschen, in dem er die unterschiedlichen Strudel einer Wanne zeigt. Selber darf man aber nicht den Stoepsel ziehen, man kriegt wohl sonst den Trick nicht hin.

Dafuer sehen wir noch einen echten Schrumpfkopf. Der wurde einem zwoelfjaehrigem Kind abgeschnitten, entbeint und gekocht. Anschliessend aussgetrocknet, so dass der Kopf jetzt nur noch etwa faustgross ist. Das genaue Rezept habe ich sicherheitshalber fotografiert, sonst vergess ich das noch.

Jetzt zieht uns der Hunger und der Canelazo (so hiess das ;) wieder aus dem Hostel…

Backpacking in Quito

Nach einem unspaektakulaeren 13. Tag sind wir nach einem „landing with turbulances“ in Quito gelandet. Bereits auf dem Flug sahen wir den hoechsten Berg (Chimborazo, etwa 6.300 Meter) und einen anderen, noch rauchenden, Vulkan durch die Wolkendecke.

Quito ist 20 Jahre weiter als die Kueste. Richtige Autos, Laeden, Strassen und ein quirliges Backpackerviertel. Dort haben wir fuer 12 Dollar pro Person ein ruhiges, sicheres, sauberes Hostel gefunden. Im Prinzip haben wir ein Vierbettzimmer. Die sogenannten Waende sind so duenn, wir hoerten Klaus Sakrotan verspruehen. Also dieses Spruehgeraeusch. Ernsthaft.

Quito liegt auf etwa 3.000 Meter Hoehe und hat daher ein wesentlich angenehmeres, fruehlingshaftes, Klima als die Kueste. Unsere als trocken empfundenen Klamotten fuehlen sich nach dem Auspacken auf einmal voll feucht an. Statt nach 5 Minuten komplett verschwitzt zu sein, wirft man hier halt ne Jacke ueber. Scheeeeeee. ;-)

Essen war fantastisch in einem Restaurant voller Gringos, aber einheimischer Kueche. Der Platz nebendran ist voll mit Clubs und Bars … und Polizisten. Zwei davon an jeder Ecke, mit Militaeranzug und offen getragener schusssicheren Weste. Aber wie gesagt, alles sauber hier und man fuehlt sich sicher.

Wir gehen jetzt nach zwei Kesseln (mist, Namen vergessen (es ist warmes Wasser mit Schnaps, Orangensaft und Zimt)) ins Bett. Morgen frueh, wenn das Wetter passt, werden wir auf den Hausberg fahren um den Cotopaxi (ca. 5.800 Meter) und weitere Vulkane zu sehen. Anschliessend zum Aequator.