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Hausbau im Prinzip fertig

Der letzte Bautagebuchartikel ist ja nun schon etwas her und es hat sich einiges getan. Nachdem das Parkettverkleben schneller und einfacher vonstatten ging wie gedacht, war auch die Küche schon nach wenigen Tagen fertig aufgebaut. Und dank vieler eifriger Helfer konnten auch die Schränke und das Bett schnell aufgebaut werden.

Griffbefestigung einer Schlafzimmerschranktür: kaum passt man mal nicht auf, fangen die Helfer das Blödeln an ;)

Und so wohnen wir jetzt schon seit drei Wochen in unserem neuen Haus. Und im Nachhinein haben sich die Eigenleistungen noch mehr gelohnt, wenn man unter dem selbstisolierten Dach schläft, auf dem selbstverklebten Boden läuft, … :)

Unser mühevoll selbstverklebtes Holzparkett

Was ist spannendes zwischendrin geschehen? Nunja, nach dem Boden verlegen wurden die Türrahmen und Innentüren durch die Firma Kneitschl eingesetzt (auch wieder stark: ein Handwerker, 12 Türen, ein Tag). Anschließend kam erneut der Fliesenleger und stellte seine Arbeiten fertig: die jeweils letzte Fliese wurde passend an die Türrahmen „rangefliest“.

So richtig spannend war für mich die Patchverkabelung für unser Netzwerk zu erstellen. Weil – naiv wie ich war – dachte ich, die gelegten Netzwerkkabel kann man einfach an einen Switch anschließen. Nö. Es handelt sich um Installationskabel die erst via Patchpanel an normale Patchkabel angeschlossen werden können.

Da der Elektriker (zu Recht) sehr viel Geld hierfür wollte, bestellte ich Patchpanel, Kabel und LSA Werkzeug (LSA = löt-, schraub-, abisolierfrei) und machte mich selbst an die Arbeit. Im Prinzip total einfach: Patchkabel abisolieren, entwirren, auflegen und das Werkzeug klemmt, schneidet und abisoliert in einem Schritt von alleine. Perfekt.

Angeschlossenes Patchpanel

Leider gingen dennoch drei der zwölf LAN-Dosen nicht, aber der Elektriker fand an den (von ihm) installierten Dosen schnell die Fehler und somit haben wir nun überall schnelles LAN, was auch notwendig ist, da die Betondecke unser WLAN nicht durchlässt.

Als ich dann auch noch alle (nicht erteilten) Aufträge im Telekomshop stornieren ließ und mich selbst an den diversen Hotlines um DSL kümmerte, haben wir nun auch endlich 16.000 DSL – etwas mehr als der vom T-Punkt Shop eigenmächtig eingerichtete Analoganschluss.

Was war noch? Alle Handwerker haben alle Arbeiten inzwischen abgeschlossen und bis auf den Innenputz („fehlende“ Ecke im Wohnzimmer – dann vom Chef nachgebessert – jetzt eigentlich noch schlimmer) und noch einigen anderen (kleinen) Mängeln sind wir sehr zufrieden dass alles so (nahezu) reibungslos geklappt hat. Vor allem mit unserem Rohbauer (A&S Bau) und unserem Elektriker (Elektro Meyer) lief es einfach perfekt.

Ich hoffe, das hat der Verputzer nicht ernst gemeint!

Was passiert jetzt? Nun ja, wir wohnen inzwischen seit drei Wochen im Haus und haben uns von Anfang an so richtig wohl- und heimisch gefühlt. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass wir seit Weihnachten jedes Wochenende im Haus gearbeitet haben. An das Landleben haben wir uns auch schon gewöhnt und lassen uns täglich zum Sonnenaufgang von den Wildgänsen, die dann immer direkt über unser Haus fliegen, wecken.

Guten Morgen Obermichelbach! (Blick aus dem Schlafzimmer)

Wie geht es weiter? Wir warten jetzt auf einen der letzten Termine mit unserem Bauleiter um das Gewerk Außenputz noch zu besprechen. Für den Putz wird nämlich auch längere Zeit gutes Wetter benötigt, was ja aber so langsam dann endlich mal kommen sollte…

Rohbau abgeschlossen

Nachdem die gegossene EG-Betondecke zwei Tage ruhen konnte, fingen die Maurer auch schon mit den Außenwänden des Dachgeschosses an. An den langen Seiten war aufgrund des Kniestocks nur 75cm zu mauern. Alleine der Zwerchbau und die schmalen Seiten mussten komplett hochgezogen werden.

Mauerbau Dachgeschoss

Mauerbau Dachgeschoss

Letzten Freitag kamen dann morgens um 9 Uhr die Zimmermannsleute von der Zimmerei Gessler mit den ganzen Dachstuhlbalken und einem großen Autokran. Zuerst wurde das Spitzboden-Bodengerüst am Boden zusammengeschraubt: drei Längs- und einige Querbalken (heißen Kehlbalken, wieder was gelernt!). Dieses wurde dann mit dem Kran als DG-Decke aufgesetzt.

Blick auf die Kehlbalken (DG Decke) und durch die Dachspitze

Blick auf die Kehlbalken (DG Decke) und durch die Dachspitze

Nun wurden die langen Dachbalken an den vorgesehenen DG-Wandstützen (Fußpfetten) montiert und in der Spitze miteinander (unter Verwendung eines weiteren Längsbalken (Firstpfette)) verschraubt.

Aufrichten der Dachbalken

Aufrichten der Dachbalken

eine der Fußpfetten: einziger Halt des Dachstuhls

eine der Fußpfetten: einziger Halt des Dachstuhls

Nach vier Stunden war das Werk vollbracht und unser selbstbesorgter Richtbaum (Bandalasbaam) wurde in die Dachspitze genagelt. Zwei Zimmermannsleute stiegen dann nach oben, trugen den echt guten und auch langen Spruch vor, tranken einen Bocksbeutel Wein, zerdepperten das Weinglas und dann wurde, bis es dunkel war, gegrillt, getrunken, gefeiert.

Richtspruch

Richtspruch

Schnurgerüst: Detail

Schnurgerüst abgenommen

Unglaublich, aber das Schnurgerüst steht!

Nach unserem ersten Fehlschlag trafen wir uns heute ein zweites Mal mit unserem Rohbauer A&S Bau um das grobe Schnurgerüst zu erstellen und vom Landratsamt (LRA) abnehmen zu lassen.

Schnurgerüst: Hausecke

Schnurgerüst: Hausecke

Die aktualisierten Abstandsflächenübernahmeerklärungen (AFÜ) wurden freundlicherweise bereits unterschrieben von unseren Nachbarn bereits am Grundstück hinterlegt.

Nicht so erfreulich war, dass wir trotz Plattmachen des Erdhügels an besagter Stelle immer noch zu hoch waren: das LRA möchte die Schnüre auf Fertigfußbodenniveau gespannt sehen. Aber glücklicherweise hatten Nachbarn gerade einen Bagger im Einsatz, den liehen wir uns kurz aus und räumten noch etwas gründlicher auf.

Ein exaktes Nachmessen ergab dann, dass die neuen AFÜs wirklich notwendig waren: wir unterschritten die Dreimetergrenze um 1cm im Nordwesten und um 6,5cm im Nordosten. Das ist tatsächlich ganz schön viel.

Als alles gespannt (*haha*) gewartet hat, kam dann auch schon das LRA und verließ sich auf unser Wort: kein einziges Nachmessen. Er ging einmal jede Schnur ab (und bewies dabei ein gutes Augenmaß), schnappte sich die neuen AFÜs und verschwand nach 10 Minuten wieder.

Schnurgerüst: Detail

Schnurgerüst: Detail

Somit darf es nun endlich ganz offiziell losgehen!

Kleiner Ausblick: Anfang bis Mitte nächster Woche (*toitoitoi*) erhalten wir unsere Werkpläne. Gleichzeitig wird der Baustromkasten aufgebaut. Ende nächster Woche fängt A&S Bau mit dem Buddeln an – das geht leider nicht früher, da der Bagger sowie die LKWs für den Erdabtransport noch auf einer anderen Baustelle beschäftigt sind.

Kleine Hausaufgabe: wir sollen jetzt mal eine günstige Erddeponie in der Nähe suchen. Ansonsten wird es schnell teuer oder der Aushub dauert ewig wenn die LKW ständig nur unterwegs sind. Bis jetzt haben wir nur die offzielle Deponie in Leichendorf: die ist mit 5€ / Tonne (1,7 Tonnen / Kubikmeter) nicht nur relativ teuer, sondern auch noch weit weg.

Kleine Anekdote zum Schluss: im Smalltalk mit unserem Rohbauer „verriet“ dieser uns, dass auch er mit unserem Generalübernehmer Böhm & Bertko sehr zufrieden ist. Immer saubere und gründliche Arbeit ohne böse Überraschungen. Sein Rohbaubetrieb mit 6 Mann hat allein dieses Jahr schon 17 Häuser mit Böhm & Bertko hochgezogen – das gibt uns auch wieder ein positives Gefühl wenn hier eingespielte Teams am Werk sind…