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Tiefergelegte Zisterne

Den vielleicht größten Hammer unseres Hausbaus entdeckten wir erst vor ein paar Wochen bei der Gartenplanung: der Zisternendeckel ist verdammt hoch. Ein Nachmessen mit einer Schlauchwasserwaage brachte dann die traurige Gewissheit, dass unsere Zisterne 23 Zentimeter überhalb der Straßenkante liegt und somit fast 20 Zentimeter aus dem Pflaster der Carportfläche herausragen wird. Unparkbar.

Eine Alternative unseres Rohbauers wäre ein neuer, flacher (nicht konischer) Deckel. Dann müsste allerdings der Wasserfilter anstatt in der Zisterne selbst zu sitzen, extern verbuddelt werden. Außerdem stellt sich natürlich die Frage ob die konstruktionsbedingte geringere Tragkraft eine Befahrbarkeit zulässt.

Geeinigt haben wir uns dann auf die denkbar aufwändigste Lösung: dem Versetzen der Zisterne. Es sollen die 8.000 Liter Wasser abgepumpt, die Zisterne ausgebuddelt, per Autokran herausgehoben, das Loch um 20cm vertieft, die Zisterne wieder eingesetzt, die Kanalanschlüsse vertieft und angeschlossen werden.

Freilegen der Zisterne

Freilegen der Zisterne

Wie mailte unser Bauleiter so schön dazu: Manche haben einen tiefergelegten Manta oder Golf, Sie haben dann eben eine tiefergelegte Zisterne. Hat ja auch nicht jeder…

Tja, und wie das beim Bau so ist: zwei Tage vor dem Termin, alles war vorbereitet, Kran war bereits bestellt, ruft der Zisternenhersteller unseren Rohbauer an. Der Flachdeckel ermöglicht auf einmal doch einen internen Filter und die Befahrbarkeit ist selbst für Schwerlastverkehr sichergestellt. Lediglich ein Kanalanschluss muss etwas tiefer neu gebohrt werden.

Und so passierte es dann auch. Der obere Teil der Zisterne wurde vorsichtig freigelegt, der festbetonierte Deckel abgelöst und entfernt. Der Kanalanschluss wurde tiefer gebohrt (hierdurch verlieren wir tatsächlich ein paar hundert Liter Fassungsvolumen, bei ursprünglich aber 8.600 Litern aber vernachlässigbar) und alles wieder angeschlossen.

Der neue Flachdeckel schwebt ein

Der neue Flachdeckel schwebt ein

Der neue Deckel ist 40 Zentimeter flacher als der konische Deckel, daher wurden zum Schluss nochmal zwei Ausgleichsringe für der Gullideckel aufgesetzt. Jetzt kann fleißig gepflastert werden…

Keller - 110822_0087 - header

Zisterne eingesetzt und Grundstück hinterfüllt

Am Montag wurde unser Grundstück wieder aufgefüllt. Das heißt, nachdem der Keller vollständig fertig war, konnte die restliche Baugrube zugeschüttet und die Erde wieder verdichtet werden.

Hinterfüllen der restlichen Baugrube

Hinterfüllen der restlichen Baugrube

Hierbei wurde besonders sorgfältig vorgegangen. Die ersten zwei Meter unseres Boden bestehen hauptsächlich aus sehr hartem Lehm, der nur sehr wenig Wasser durchlässt. Daher wurde unterhalb der Lichtschächte für die Kellerfenster zuerst Schotter, dann Erde und dann wieder Schotter eingefüllt. Zusätzlich wurde ein Abwasserrohr senkrecht nach unten bis neben die Bodenplatte gelegt.

Abwasserleitung für Lichtgräben

Abwasserleitung für Lichtgräben

Somit kann Wasser welches sich an und in den Lichtschächten sammelt, problemlos bis ganz nach unten erstmal abfließen. Dort haben wir einen sehr sickerungsfähigen Grund, der das Wasser dann schnell verteilt. Somit sollte Wasser im Keller nun endgültig ausgeschlossen sein.

Außerdem wurde am Montag auch unsere Zisterne geliefert. In diesem 8 Kubikmeter (8.000 Liter) großen Ungetüm landet unser komplettes aufgefangenes Regenwasser und kann von dort aus zur Gartenbewässerung benutzt werden. Die Zisterne selbst ist aus einem Stück Beton gegossen, damit diese (im Gegensatz zu den Kunststoffzisternen) für immer dicht und benutzbar bleibt.

Lieferung der Zisterne

Lieferung der Zisterne

Da die Zisterne etwa 3 Meter hoch und auch sehr breit ist, ist das Loch im Garten dafür echt riesig. Per Kran reingehoben, dann noch den Rand mit Zement eingeschmiert und dann wurde auch schon der Deckel aufgesetzt.

Abschluss der Zisterne vorbereiten

Abschluss der Zisterne vorbereiten

Nach 30 Minuten waren die Arbeiten fertig und es konnte auch dort wieder aufgefüllt werden. Die restliche Erde haben wir nun bis auf den Humus und etwa 10 Kubikmeter (zum Planieren unseres Grundstücks) abfahren lassen.